21.05.2015 | Haus der Patriotischen Gesellschaft

Daten und Fakten: Medienkompetenztag Hamburg 2015

Veranstalter

Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) und
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Hamburg

Zielgruppe

Lehrkräfte, Schulleiter, Eltern und Elternvertreter, außerschulische Medienpädagogen und alle weiteren Interessierten

Inhalt

Medienkompetenztag Hamburg 2015 –
Neue Studie „Medienbildung – (k)ein Unterrichtsthema?“ vorgestellt

Norderstedt / Hamburg, 21. Mai 2015 – Wo steht die Medienbildung in Hamburgs Schulen? Wie verpflichtend ist Medienbildung in der Hansestadt? Welche Vorgaben stehen auf Papier und was wird schon erfolgreich umgesetzt? Diesen Fragen gingen mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem 4. Hamburger Medienkompetenztag nach.

Den Auftakt der Veranstaltung im Haus der Patriotischen Gesellschaft Hamburg bildete eine Keynote des Schulsenators Ties Rabe: „Die Vermittlung von Medienkompetenz steht in Hamburg seit langem in den Bildungsplänen. Aktuell reicht das Angebot vom ‚Internet-ABC‘ an den Grundschulen über den ‚Hamburger Medienpass‘ in den Klassenstufen 5 bis 8 bis zum Einsatz von ‚Medien-Scouts‘. Im jüngst gestarteten Programm ‚Start in die nächste Generation‘ werden zudem an sechs Pilotschulen digitale Medien systematisch im Unterricht eingesetzt.“

Mit der Ergebnisvorstellung der von der MA HSH geförderten Studie „Medienbildung – (k)ein Unterrichtsthema?“ lieferte Prof. Dr. Rudolf Kammerl von der Universität Hamburg anschließend Fakten zum Stand der schulischen Medienbildung in Hamburg und Schleswig-Holstein. An vielen Stellen habe sich in den vergangenen Jahren die Medienbildung an Schulen verbessert. Gleichzeitig sei aber auch die Notwendigkeit der Medienkompetenzförderung gewachsen. Neben angemessener technischer Ausstattung und Unterrichtsmaterial sei es erforderlich, noch stärker über bereits vorhandene Angebote zu informieren, Bildungsangebote weiter aufeinander aufzubauen und eine repräsentative Evaluierung aller Maßnahmen vorzunehmen, fasste Kammerl die wesentlichen Ergebnisse zusammen.

In der darauf folgenden angeregten Diskussion tauschten sich Eltern- Lehrer-, und Schülervertreter über ihre Erfahrungen in der Praxis aus. Der stellvertretende Vorsitzende der Elternkammer Hamburg, Marc Keynejad, wünschte sich eine intensivere Mediennutzung in Schulen, wie etwa durch Smartphones im Unterricht. Mehr Fortbildungszeiten für Lehrer im Bereich der Medienbildung regte Anja Bensinger-Stolze, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, an. Melissa Kleist, stellvertretende Landesvorsitzende der SchülerInnenkammer Hamburg, forderte verpflichtende Fortbildungen für Lehrer zur Medienbildung. Schule müsse auf die Nutzung der neuen Medien vorbereiten und so für Chancengleichheit im Berufsleben sorgen. Der Vertreter der Behörde für Schule und Berufsbildung, Arthur Gottwald, stellte fest, dass die Studie von Prof. Kammerl kleine Verbesserungen festgestellt habe, die motivieren, sich weiter zu engagieren.

Mit dem Verlauf und der großen Teilnehmerzahl des Medienkompetenztags zeigten die Veranstalter sich sehr zufrieden. Dr. Wolfgang Bauchrowitz, stellvertretender Direktor der MA HSH, betonte in seiner Begrüßung: „Medienkompetenz ist neben Lesen, Rechnen und Schreiben die vierte Kulturtechnik geworden. Sie kann nicht nur zuhause, von Freunden oder in Eigenregie gelernt werden. Auch die Schulen sind gefragt. Wir sind sehr froh, für den Medienkompetenztag einen in dieser Thematik so kompetenten Partner wie das LI an unserer Seite zu haben.“ Der Medienkompetenztag Hamburg findet bereits zum vierten Mal statt. In diesem Jahr als Kooperationsveranstaltung der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) und des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI Hamburg).

Einen Einblick in ihr Engagement an Schulen gewährten am Nachmittag erfahrene Lehrkräfte und Medienpädagogen. In zwölf Praxisimpulsen stellten sie erfolgreiche Projekte zur Medienbildung ihrer Schülerinnen und Schüler vor, gaben Anregungen und motivierten  zum Nachmachen.

Zum Abschluss des Tages sprach Tanja Haeusler mit der Moderatorin Susanne Stichler über ihre eigenen Erfahrungen bei der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen. Die re:publica-Mitbegründerin und Autorin Haeusler wies auf die Chancen hin, durch die neuen Medien im Schulunterricht stärker an die Interessen der Schüler anzuknüpfen.

Die Studie von Prof. Dr. Kammerl wird in Kürze von der MA HSH veröffentlicht und steht dann auch auf www.ma-hsh.de zum Download bereit.

Zeit

Donnerstag, 21. Mai 2015
10.00 – 16.00 Uhr

Ort

im Haus der Patriotischen Gesellschaft Hamburg
Trostbrücke 6
20457 Hamburg

Praxisimpulse

MedienScouts – Medienbildung durch Peers (Reimarus-Saal)
MedienScouts aus den 9. und 10. Klassen geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen über Computerspiele, Soziale Netzwerke und Smartphones an jüngere Mitschüler ihrer Schule weiter. Durch diese Peer-Education werden fachliche und sensible Inhalte besonders glaubwürdig vermittelt. Frau Böttcher-Speckels stellte in diesem Praxisimpuls die Arbeit der MedienScouts an ihrer Schule sowie deren Einbindung in das schulische Konzept der Medienkompetenzbildung dar.
Referenten: Kirsten Böttcher-Speckels (Gymnasium Allermöhe) & Nils Krause (TIDE) & Volker Wegner (LI)

BYOD-Pilotprojekt: „Start in die nächste Generation“ (Kirchhof-Saal)
Herr Kück berichtete aus seinen Erfahrungen im ersten Jahr des Pilotprojekts der Behörde für Schule und Berufsbildung an seiner Schule. Wie organisiert die STS Oldenfelde als eine von sechs Hamburger Pilotschulen das Lernen mit den digitalen Geräten der Schülerinnen und Schüler in Klassenräumen mit WLAN und interaktiver Tafel? Welche pädagogischen Möglichkeiten des ergänzenden virtuellen Klassenraums aus Lernplattform und Lernportalen lassen sich bereits gewinnbringend einsetzen?
Referenten: Dietmar Kück (Medienverantwortlicher Stadtteilschule Oldenfelde)

Internet-ABC-Schulen Hamburg: Medienbildung in der Grundschule (Sonnin-Saal)
Frau Spatz gab Praxiseinblicke in die Medienbildung mit dem Internet-ABC an ihrer Schule. Sie zeigte, welche Materialien im Unterricht genutzt werden können und wie die Schule die Medienbildung systematisch im Fachunterricht einbindet. Außerdem erfuhren die Zuhörer wie sie Ihre Schule als Internet-ABC-Schule Hamburg zertifizieren lassen können und welche Unterstützung sie dabei durch das LI und die MA HSH erhalten.
Referenten: Claudia Spatz (Adolph-Schönfelder-Schule) und Matthias Sannmann (LI)

Schul-TV als Wahlpflichtkurs in den Klassen 7-10 (Tonnies-Zimmer)
Herr Nagel stellte das 4-jährige Curriculum des Wahlpflichtkurses ausschnitthaft vor und berichtete aus der Praxis über technische Voraussetzungen, Herausforderungen sowie Gelingensbedingungen. Beispielhafte Schülerarbeiten aus dem Kurs rundeten diesen Impuls ab.
Referent: Matthias Nagel (Erich-Kästner-Schule)

Jeden Tag Medienkompetenztag? – Ein Praxismodell (Reimarus-Saal)
Herr Schwarz stellte vor, wie das Gymnasium Eckhorst in Bargteheide Medienkompetenzförderung im Unterricht der Klassen 5 bis 13 durch das Konzept „Schule macht Medien – Medienkompetenz macht Schule“ verankert und welche Veranstaltungen auch für Lehrkräfte und Eltern angeboten werden. Außerdem berichtete er von seiner praktischen Arbeit im Lern- und Medienzentrum (inkl. TV- und Radiostudio) seiner Schule, die durch eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst Kultur (BFD) unterstützt wird.
Referent: Michael Schwarz (Gymnasium Eckhorst, Bargteheide Schleswig-Holstein)

Das Phänomen Selfie – vom Gewöhnlichen im Alltag zum Besonderen im Unterricht (Kirchhof-Saal)
Frau Hauenschild warf zunächst einen sozialwissenschaftlichen Blick auf die alltägliche Fotopraxis von Jugendlichen (Verbreitung, Definitionen, das Besondere am Selfie, Funktionen für Identitätsentwicklung). Im Anschluss daran untersuchte Herr Küchmeister das Potenzial des Selfies für eine Fotopraxis im Unterricht. Es wurden Aufgabenstellungen, fotogestalterische Übungen und Schülerarbeiten aus verschiedenen Jahrgangsstufen präsentiert.
Referenten: Michaela Hauenschild (Universität Hamburg) & Klaus Küchmeister (Gymnasium Meiendorf/LI)

Audiovisuelle Medien als Wahlpflichtkurs in den Klassen 8-10 (Sonnin-Saal)
Frau Schüll und Herr Spahn stellten Konzept und Praxis des Wahlpflichtkurses Audiovisuelle Medien (AvM) vor. Die Teilnehmer lernten konkrete Schülerarbeiten kennen und erfuhren zudem etwas über technische Voraussetzungen sowie Gelingensbedingungen des Kurses im Schulalltag.
Referenten: Andrea Schüll & Thomas Spahn (Gymnasium Lerchenfeld)

Das Projekt SportXperten an unserer Schule – Schüler/innen interviewen Spitzensplortler/innen (Tonnies-Zimmer)
Herr Tiemann ist Sportkoordinator der Stadtteilschule Lurup. Gemeinsam mit der stellvertretenden Schulleiterin, Frau Dembski, berichtete er über die laufende Medienkooperation mit dem Projekt SportXperten. Dabei arbeitet die Stadtteilschule mit Medienpädagogen sowie Journalisten zusammen. Mit deren Unterstützung bereiten die Kinder Interviews vor, lernen Grundlagen der Kameraführung kennen, bekommen Einblicke in den Schnitt und erhalten durch die Pflege der Feedback-Blogs zu ihren Videos einen nachhaltigen, reflektierenden Einblick ins Web 2.0.
Referenten: Lars Tiemann und Beatrix Dembski (Stadtteilschule Lurup) & Christof Rupprecht (SportXperten)

Der Hamburger Medienpass in den Klassen 5-8 (Reimarus-Saal)
Herr Richter und Herr Motullo stellten vor, wie die Module des Hamburger Medienpasses an ihren Schulen in die laufende Unterrichtspraxis verschiedener Jahrgänge integriert werden. Sie berichteten dabei über Herausforderungen und Gelingensbedingungen des Einführungsprozesses an ihren Schulen sowie die eigene Erfahrung beim Unterrichten ausgewählter Module.
Referenten: Stefan Lewicki, Joachim Richter (Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium) und Malte Motullo (Margaretha-Rothe-Gymnasium)

Unser Oberstufenprofil mit Seminarkurs Kommunikation und Medien (Kirchhof-Saal)
Frau Schnackenburg und Herr Riekoff gaben Einblicke in die Integration von Medienerziehung und aktiver Medienarbeit in einem Oberstufenprofil. Sie zeigten fächerverbindende Inhalte, erläuterten Kompetenzerwartungen und berichteten über Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Präsentationen und Produkte aus der Kursarbeit rundeten den Impuls ab.
Referenten: Gordon Riekoff, Mona Schnackenburg (Gyula Trebitsch Schule Tonndorf)

Aktive Medienarbeit in der Grundschule (Sonnin-Saal)
Frau Greve stellte ihre Erfahrungen zur aktiven Medienarbeit an ihrer Grundschule zum Projekt „Hört mal – Hamburg!“ vor. In Kooperation mit den Ohrlotsen aus dem Stadtteil- & Kulturzentrum MOTTE e.V. entstanden dabei hörbare Stadtteilgeschichten über Hamburg-Harburg. Neben einem Überblick über Planung und Ablauf, rundeten Hörbeispiele den Praxisimpuls ab.
Referenten: Kerstin Greve (Stadtteilschule Maretstraße) & Ronny Strompf (MOTTE e.V.)

Radio selber machen: Kooperation mit Schnappfisch von TIDE (Tonnies-Zimmer)
Tide berichtete aus seinem vielfältigen Programm für Schulen und gemeinsam mit Frau Bories über das Entstehen der Schnappfisch-Sendung des Medienkurses der Klasse 10 am Gymnasium Lohbrügge. Frau Pietzarka gab zudem einen Überblick über Ablauf, Planung und Durchführung des Medienkurses. Hörbeispiele rundeten den Praxisimpuls ab.
Referenten: Anja Pietzarka (Gymnasium Lohbrügge/LI), Jana Bories/ Nils Krause (TIDE)

Veranstaltungs-Übersicht

1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    gibt es schon einen Zeitplan für die einzelnen Vorträge? Ich würde gerne teilnehmen, habe aber am 21.5. vormittags bis ca. 11 h noch einen anderen Termin.
    Danke und viele Grüße
    Rita Schmitt
    Bücherhallen Hamburg
    Lektorat Literatur / Geisteswissenschaften
    (040) 42 606 264

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