Interviewserie

"Wünsche sind Richtlinien, aber keine Gesetze"

Lesestifte, vernetzte Puppen, Spielekonsole und Lego-App: Digitale Spielzeuge haben sich längst im Kinderzimmer ausgebreitet. Wir haben bekannte Nordlichter gefragt, wie es bei ihnen zu Hause aussieht.


Foto: Chris Böhm

Susanne Böhm - Moderatorin, Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin – ist Mutter einer Tochter (5) und eines Sohnes (3).

Neben den Holzbauklötzen sind schon längst auch digitale Spielzeuge ins Kinderzimmer eingezogen. Was gibt es denn davon bei Ihnen zu Hause?

Meine Kinder sind noch sehr klein und so ist die Menge der digitalen Spielzeuge überschaubar bei uns. Wir haben den TipToi-Stift mit einigen Büchern – und jetzt auch ein passendes Spiel dazu. Dann ein kleines Second-Hand-Mikrofon, aus dem verschiedene Melodien kommen. Das ist es eigentlich auch schon.

Was wünschen sich Ihre Kinder denn Digitales zu Weihnachten?

Das Bewusstsein für selbstsprechendes, automatisiertes Spielzeug ist glücklicherweise zu meinen Kindern noch nicht so durchgedrungen. Aber selbst wenn es so wäre, sind Wünsche zwar Richtlinien, aber keine Gesetze. Ich werde weitere TipToi-Produkte kaufen, aber keine sprechende Puppe oder Ähnliches. Ich bin mir sicher, nach einigen Wochen landet solches Zeug ohnehin unbespielt in der Ecke.

Haben Sie vielleicht gemeinsam als Familie Spaß mit digitalem Spielzeug?

Mein kleiner Sohn hat ein ferngesteuertes Auto – mit Schnur. Das ist lustig, wenn wir ab und an alle damit spielen. Aber noch schöner ist es, wenn er all seine Autos in einer langen Reihe aufstellt und sie durchs ganze Zimmer zieht. Das ist für mich echtes Spielen. Kreativ, selbst- und nicht ferngesteuert.

Was gefällt Ihnen selbst persönlich besonders gut?

Ich muss sagen, ich habe eine generelle Abneigung gegen digitale Spielsachen. Sie entziehen dem Kind jegliche Eigeninitiative und Kreativität – und das finde ich sehr beängstigend. Kinder sind heutzutage so vielen Verführungen und Ablenkungen ausgesetzt, da sollten sie doch wenigstens im Spiel ganz bei sich sein und aus sich selbst heraus agieren. Das können die Eltern natürlich unterstützen, indem sie auch mal was weglassen im heutigen „Entertainment-Wahn“.

Was würden Sie sich wohl sehnlichst wünschen, wenn Sie heute ein Kind wären?

Klar, die andere Seite ist die des Kindes, und da habe ich mich auch über das ein oder andere gefreut. Allerdings waren meine Favoriten eine Schminkpuppe und Barbies – typisch Mädchen eben. Eine meiner Puppen konnte sprechen, weil sie eine Schallplatte im Bauch hatte. Aber am liebsten hab ich ihr trotzdem Frisuren verpasst. Da entscheidet das Kind zum Glück doch letztendlich selbst. Und meistens gewinnt das kreative Spiel.

Kontakt zu Susanne Böhm

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