| Barmbeck °BASCH

angedockt -Medienbildung Hamburg - Teil 6

Elternbildung und Kinderschutz


Wer kümmert sich in Hamburg um die medienpädagogische Unterstützung von Eltern?

Das war die zentrale Frage der 6. Veranstaltung der Reihe angedockt: Medienbildung Hamburg am 28. Februar 2019 im BARMBEK°BASCH, dem Community Center im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd. Mehr als 50 ErzieherInnen, Mitarbeiterinnen von Elternschulen und Kita-Trägern sowie Medienpädagogen waren der Einladung von Mediennetz Hamburg, Tide und MA HSH gefolgt.

Auf dem Podium diskutierten

  • Dr. Dirk Bange, Abteilungsleiter Familie und Kindertagesbetreuung der Hamburger Sozialbehörde (BASFI),
  • Sabine Boeddinghaus, Vorsitzende und familienpolitische Fachsprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft sowie
  • Colette See, Referentin SUCHT.HAMBURG und ElternMedienLotsin.


„Verunsichert“ lautetet die Antwort von Colette See auf die Frage des Moderators Henning Fietze, wie sie Eltern auf Infoabenden erlebe und „der Problemdruck steigt.“ Dirk Bange bestätigte, dass „Eltern auf der Suche“ nach dem richtigen Umgang mit digitalen Medien seien. Vorhandene Beratungsangebote in Elternschulen und andere Angebote würden großen Anklang finden, aber das Angebot sei ausbaufähig. Sabine Boeddinghaus sieht heutige Eltern im digitalen Alltag teilweise überfordert. Die aktuellen Probleme mit WhatsApp, Fortnite, Instagram und Co. seien objektiv komplexer, als Erziehungsprobleme aus analogen Zeiten, wie das rechtzeitige Nachhausekommen.

Beratung für Eltern zu Medienthemen, so Dirk Bange, müsste niedrigschwellig und regelmäßig angeboten werden, um möglichst alle Eltern zu erreichen. Sabine Boeddinghaus merkte kritisch an, oft seien Eltern gegenüber Medien und deren Nutzung durch die Kinder negativ eingestellt. Dies erschwere die Kommunikation und belaste die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Man sollte das Medien-Thema daher nicht isolieren, sondern die gesamte Lebenssituation von Familie betrachten.

Aus dem Publikum meldete sich unter anderem Christiane Riecke von der Elternschule Altona. In der Praxis vieler Elternschulen und Kitas sei festzustellen, dass Eltern ihre Kinder sehr stark über das Handy wahrnehmen würden. Das Handy schiebe sich zwischen Eltern und Kind. Sie frage sich, was Kinder daraus lernen, wenn Eltern sie ständig fotografieren und das Handy auch beim Abholen in der Kita nicht aus der Hand legen würden. Die Interaktion zwischen Eltern und Kinder sei dadurch eingeschränkt.

Die Podiumsteilnehmer waren einmütig der Auffassung, dass Eltern in der Medienerziehung dringend Unterstützung brauchen. Angebote wie „scout – das Magazin für Medienerziehung“ der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein seien hilfreich. Allerdings müsse auch die Finanzierung vorbildlicher Bildungsprojekte wie die ElternMedienLotsen sichergestellt sein. Angesichts der rapiden Medienentwicklung seien zudem flexible und kurzfristige Beratungsangebote wünschenswert.